Viele Chancen für Landwirte sowie Verbraucherinnen und Verbraucher/ „Hört auf die Wissenschaft“ sollte nicht nur bei Covid und Klimawandel gelten, sondern auch bei neuen Züchtungsmethoden – Grüne unglaubwürdig
„Es ist sehr gut, dass sich Rat, Parlament und Kommission jetzt endlich auf einen Text zu den neuen Züchtungsmethoden geeinigt haben. Diese neuen Züchtungsmethoden bieten riesige Chancen für Landwirte sowie für Verbraucherinnen und Verbraucher. Auf anderen Kontinenten werden sie schon seit Jahren genutzt. Es ist wichtig, dass europäische Landwirte dies nun auch endlich können“, erklärte der gesundheitspolitische Sprecher der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP-Christdemokraten), Dr. Peter Liese.
„Es besteht die Möglichkeit, zum Beispiel mit weniger Pflanzenschutzmitteln auszukommen oder Pflanzen zu züchten, die gegen Hitze und Trockenheit besser resistent sind. Für Verbraucherinnen und Verbraucher gibt es die echte Chance, gesündere Lebensmittel zu produzieren. So wurde zum Beispiel in den USA eine Sojabohne entwickelt, aus der ein Öl mit 0 Gramm Transfetten und rund 20 Prozent weniger gesättigten Fettsäuren hergestellt werden kann. Das heißt übersetzt: Frittierte Produkte, wie zum Beispiel Pommes frites, können dadurch deutlich gesünder werden“ so Liese.
„Die Risiken sind nach meiner festen Überzeugung im Griff. Bei den neuen Züchtungsmethoden der Kategorie 1 (NGT-1) werden keine artfremden Gene eingefügt, sondern lediglich gezielte Veränderungen vorgenommen, die auch auf natürlichem Wege entstehen könnten. Die Verteufelung der neuen Züchtungsmethoden durch manche Umweltverbände und die Grünen ist völlig unangemessen. Man muss dabei auch berücksichtigen, dass die sogenannte herkömmliche Züchtung unter anderem auch Gammastrahlen einsetzt, um Mutationen im Saatgut zu erzeugen. Bemerkenswert ist, dass sich darüber über viele Jahre hinweg kaum jemand aufgeregt hat. Die Grünen sagen beim Klimawandel zu Recht: „Hört auf die Wissenschaft“. Sie haben auch bei Covid zu Recht gesagt: „Hört auf die Wissenschaft“. Bei den neuen Züchtungsmethoden ignorieren sie das, was die überwiegende Mehrheit der Wissenschaftler sagt“, kritisierte Liese.
„Ich rechne damit, dass der Kompromiss im Europäischen Parlament mit großer Mehrheit angenommen wird. Die Auseinandersetzung verläuft dabei nicht entlang der klassischen parteipolitischen Fronten. Die ungarische Regierung unter Viktor Orbán lehnt den Kompromiss genauso ab wie die Grünen. Viele Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten aus südeuropäischen Ländern und auch aus Skandinavien haben hingegen signalisiert, ihn zu unterstützen“, erklärte Liese.
