Beschränkungen von Feiern in öffentlichen und privaten Räumen das wirksamste Mittel/ Europäische Kommission schließt weiteren Vertrag über Covid-Impfstofflieferung ab / Impfung großer Teile der Bevölkerung zu Beginn nächsten Jahres möglich

Sehr besorgt zeigt sich der und gesundheitspolitische Sprecher der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP-Christdemokraten), Dr. med. Peter Liese, über den dramatischen Anstieg der Coronazahlen in Deutschland.  „Es ist richtig, dass wir zurzeit glücklicherweise wenig Corona-Tote und wenig Menschen auf den Intensivstationen haben. Wenn wir nicht gegensteuern, kann sich das aber bald ändern.

Wenn das Infektionsgeschehen in der Allgemeinbevölkerung zu groß ist, können wir Risikopatienten zum Beispiel im Krankenhaus, nicht mehr wirksam schützen. Das sehen wir gerade in den europäischen Nachbarländern. Wir sehen auch, dass man wirksame Maßnahmen ergreifen kann, die wir bisher für unmöglich hielten, die aber notwendig sind, um einen kompletten Lockdown zu verhindern. Eine Anfrage an den wissenschaftlichen Dienst, die ich gestellt habe, hat ergeben, dass in vielen unserer Nachbarländer schon längst Beschränkungen für Treffen in privaten Wohnungen möglich sind. Ich begrüße ähnliche Beschlüsse in deutschen Bundesländern wie in Niedersachsen und Berlin. Belgien (5), Luxemburg (10) und die Niederlande (6) haben entsprechende Regelungen schon längst in Kraft gesetzt. Der Schutz der Wohnung ist ein hohes Gut, aber das ist der Schutz der Gesundheit eben auch und wir müssen unbedingt vermeiden, dass es zu massiven wirtschaftlichen Schäden oder wieder zu flächendeckenden Schulschließungen kommt. Dagegen ist das Verbot von Feiern auch in privaten Wohnungen ein mildes Mittel.“

Liese bekräftigte seine Position, das drastische Einschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus nur noch einige Monate notwendig seien. Die Europäische Kommission hat heute bekannt gegeben, dass sie einen weiteren Vertrag mit einem Impfstoffhersteller abgeschlossen hat. Mit der Firma Johnson&Johnson wurde vereinbart, Impfstoffe für 200 Millionen Menschen zu kaufen, mit einer Option für weitere 200 Millionen Personen. Mit den Firmen Sanofi-GSK (300 Millionen Dosen) und AstraZeneca (400 Millionen Dosen) wurden schon entsprechende Verträge abgeschlossen. Mit drei weiteren Firmen (Curevac, Biontech-Pfizer und Moderna) gibt es schon eine mündliche Vereinbarung, die noch schriftlich fixiert werden muss. „Auch, wenn man keine Garantie abgegeben kann und auch kein Versprechen, es ist eine realistische Einschätzung, dass wir im Frühjahr Millionen von Menschen impfen können und dann schrittweise zum normalen Leben zurückkehren können. Bis dahin müssen wir aber diszipliniert und geduldig sein“, so der Arzt und Europaabgeordnete.

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