Europäische Kommission und Impfstoffhersteller verpflichten sich, Entwicklungsländern noch schneller Impfstoff zur Verfügung zu stellen


"Es ist wichtig, dass der G20-Gesundheitsgipfel konkrete Ergebnisse gebracht hat und so viele Menschen wie möglich auf der ganzen Welt die Chance haben, sich impfen zu lassen,“ dies erklärte der gesundheitspolitische Sprecher der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP, Christdemokraten), Dr. med. Peter Liese.

Der Gipfel war überschattet von der Frage, ob Impfstoffpatente freigegeben werden sollen oder nicht. Dies wird von Südafrika, Indien und seit Kurzem auch von den USA unterstützt. Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union und die Europäische Kommission sind jedoch skeptisch.

„Angesichts der Bilder aus Indien ist klar, dass wir schnell helfen müssen und eine Aussetzung der Patente darf natürlich kein Tabu sein. Aber es ist klar, dass geistiges Eigentum wichtig ist, um medizinischen Fortschritt zu unterstützen. Nach meiner Überzeugung würde es den Impfstoff von BioNTech wahrscheinlich nicht geben, wenn neben EU und Bundesregierung nicht vor allem Risikokapitalgeber die Technologie und Impfstoffentwicklung in den letzten Jahren unterstützt hätten. Außerdem ist die Technologie des mRNA-Impfstoffs so kompliziert, dass auch bei Patentfreigabe in den nächsten Monaten nicht mehr Impfstoff zur Verfügung stehen würde.

Deswegen unterstütze ich die Politik der Europäischen Kommission. Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat angekündigt, dem internationalen Impfprogramm Covax sowie Entwicklungs- und Schwellenländern 100 Millionen Impfstoffdosen kostenlos zur Verfügung zu stellen. Auf Drängen der Europäischen Kommission haben sich die Impfstoffhersteller außerdem bereit erklärt, Impfstoffdosen bis Ende diesen Jahres 1,3 Milliarden an Entwicklungs- und Schwellenländer zu liefern: für die ärmsten Länder nur zum Herstellungspreis, Schwellenländer zu niedrigeren Preisen. Für das Jahr 2022 haben sie weitere 1,3 Milliarden Dosen zugesagt - viele davon werden über COVAX geliefert werden,“ erklärte der Arzt und CDU-Europaabgeordnete.

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