Gespräche mit Friedrich Merz, Hendrik Wüst und Haushaltskommissar; Brief an Ursula von der Leyen


„Wir ziehen alle Register um dieses wichtige Programm zu retten. LEADER darf weder verschwinden, noch in einem großen Wettbewerbsfonds untergehen, bei dem wir dann nicht mehr sicher sind, wie es in den nächsten Jahren weitergeht“, dies erklärte Peter Liese in einer Videokonferenz mit Vertretern der LEADER-Regionen aus Südwestfalen. 

Das Programm Liason entre actions de développement de l'économie rurale (LEADER) fördert seit vielen Jahren Projekte in ländlichen Regionen, die vor allen Dingen von Ehrenamtlichen vorgeschlagen werden und in einem demokratischen Prozess von den lokalen Aktionsgemeinschaften bestimmt werden. In der Europäischen Kommission gibt es auf Druck Frankreichs hin Überlegungen, alle bestehenden Programme auf den Prüfstand zu stellen und in einem großen Wettbewerbsfonds untergehen zu lassen. Planbarkeit für die Betroffenen gäbe es dann nicht mehr. Die Entscheidung über die sogenannte ‚Finanzielle Vorausschau‘, das heißt den Haushalt der Europäischen Union für die nächsten Jahre, wird am kommenden Mittwoch, den 16. Juli 2025 getroffen. Peter Liese sagte: „Wir ziehen alle Register um das zu verhindern. Ich habe mich unter anderem in persönlichen Gesprächen an Bundeskanzler Friedrich Merz, Ministerpräsident Hendrik Wüst und mehrfach an den Haushaltskommissar Piotr Serafin gewandt. Gemeinsam mit drei anderen Kollegen habe ich einen dringenden Appell an Ursula von der Leyen geschrieben. Ich bin zuversichtlich, dass es uns gelingt, LEADER zu erhalten.“



„LEADER ist für unsere ländlichen Regionen unverzichtbar – es stärkt das Ehrenamt, fördert den gesellschaftlichen Zusammenhalt und bringt Menschen zusammen. Gerade weil die Projekte aus der Mitte der Bevölkerung entstehen, schafft das Programm ein lebendiges Demokratieverständnis. Jeder investierte Euro wird durch das enorme Engagement vor Ort vervielfacht. Ein Rückbau oder gar das Aus für LEADER wäre ein fatales Signal – für Südwestfalen, für den Kreis Warendorf und für ganz Europa. Gemeinsam mit Dr. Patricia Peill, unserer Ausschussvorsitzenden im Landtag NRW, habe ich daher frühzeitig das Gespräch mit dem zuständigen EU-Kommissar Christophe Hansen gesucht und ihn Mitte Mai auch schriftlich auf die große Bedeutung des Programms hingewiesen“, betonte Markus Höner MdL und Sprecher der CDU-Landtagsfraktion f. Landwirtschaft, Verbraucherschutz, Forsten und ländlich Räume.

„Leader ist wichtig für unsere ländliche Region. Wir sind eine neue Leader-Region, erleben aber jetzt schon, wie gut das Konzept LEADER in unserer Region aufgeht. Wir begleiten als Regionalmanagement die Beteiligten von der Idee bis hin zur Umsetzung und Abschluss von Projekten. Die Teilhabe der Bürger an den ländlichen Entwicklungsprozessen und damit auch an Demokratieprozessen stärkt ungemein das Ehrenamt hier vor Ort“, berichtete Franziska Maria Eick Regionalmanagerin der LEADER-Region „SauerSiegerland“.

„Besonders wichtig an LEADER ist der Kooperationsgedanke. Wir sind alle keine Einzelkämpfer, sondern wir arbeiten in Südwestfalen aber auch in NRW über die Bundeslandgrenzen hinaus und international, sehr gut und eng mit vielen andere LEADER-Regionen zusammen. Wir sind Teil einer großen europaweiten Gemeinschaft und machen Europa in unseren Regionen sichtbar und begreifbar. Wir schaffen Begegnungsmöglichkeiten, abhängig von Projekten, in denen Menschen zusammenkommen, die sich engagieren und einsetzen für unsere Region“, schloss sich Dr. Christina Steinbicker, Regionalmanagerin der LEADER-Region „Lippe-Möhnesee“ und Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft der LEADER-Regionen, an.

„LEADER ist eines der erfolgreichsten Programme, um den ländlichen Raum lebendig und zukunftsfähig zu halten. Es verbindet Menschen, stärkt das Ehrenamt und zeigt ganz konkret, wie Europa vor Ort wirkt – bürgernah, demokratisch und sinnvoll“, erläuterte Frank Holthaus, Regionalmanager der LEADER-Region "LEADER sein! Bürgerregion am Sorpesee“ 

„LEADER ist ein unverzichtbares Instrument für die Entwicklung des ländlichen Raums – auch und gerade bei uns im Hochsauerland. Es schafft Raum für echte Beteiligung, für kreative Ideen und für Initiativen, die direkt aus der Bevölkerung kommen. Dieser bottom-up-Ansatz stärkt nicht nur die lokale Identität, sondern auch unsere Demokratie: Denn wo Menschen selbst gestalten, entsteht Zusammenhalt, Verantwortung und Zukunft. LEADER macht aus guten Ideen konkrete Projekte – und aus engagierten Bürgerinnen und Bürgern aktive Mitgestalter ihrer Heimat. Aus genau diesem Grund muss LEADER auch nach 2028 unbedingt weiterleben – als lebendiges Zeichen für eine starke, demokratische und zukunftsfähige ländliche Entwicklung“, ergänzt Christoph Hammerschmidt, Regionalmanager der LEADER-Region „Hochsauerland“.

„LEADER bewegt mehr als ein stattliche Summe Fördermittel. Ich erlebe als wesentlich, den Impuls für Kommunen und Menschen, über Ortsgrenzen hinweg zusammen zu arbeiten, um Lebensqualität allem mit bürgerschaftlichen Aktionen in Landregionen zu stärken. Außerdem sorgt LEADER dafür, dass Förderlotsen für Projekte in den Regionen sind und Europa positiv sichtbar wird“, so Dr. Martin Michalzik, Regionalmanager der LEADER-Region "Börde trifft Ruhr" und Bürgermeister der Gemeinde Wickede.