EU muss stärker zusammenarbeiten, um Covid-19 und andere grenzüberschreitende Gesundheitsbedrohungen zu bekämpfen


"Wir brauchen eine Europäische Gesundheitsunion, um grenzüberschreitende Gesundheitsbedrohungen wie Covid-19 besser bekämpfen zu können, Dies erklärte der gesundheitspolitischer Sprecher der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP-Christdemokraten) Dr. med. Peter Liese im Vorfeld der Präsentation des so genannten "Lessons Learned Package", das die Europäische Kommission am Mittwoch vorlegen wird. Liese äußerte die Erwartung, dass die Gesundheitsunion, die von seiner Fraktion (https://www.eppgroup.eu/newsroom/publications/epp-group-position-paper-on-a-european-union-for-health) und dem Europäischen Parlament im Juli (https://www.europarl.europa.eu/doceo/document/TA-9-2020-0205_EN.pdf) gefordert wurde, von der Europäischen Kommission und auch vom Ministerrat unterstützt wird. "Die Covid-19-Pandemie hat gezeigt, dass Europa auf diese Art von Gesundheitsbedrohung nicht vorbereitet war. Diejenigen, die in der Vergangenheit immer argumentiert haben, dass Gesundheit eine rein nationale Angelegenheit bleiben sollte, lagen falsch", so Liese.

Die Kommission wird drei Legislativvorschläge präsentieren:

Erstens wird sie eine Verordnung über grenzüberschreitende Gesundheitsgefahren vorlegen, die die bestehende Richtlinie ersetzen soll. "Bereits 2013 forderte das Europäische Parlament, die richtigen Lehren aus den damals aufgetretenen Bedrohungen zu ziehen. Jetzt ist es höchste Zeit zu handeln! Wir brauchen unter anderem die Möglichkeit, einen EU-Gesundheitsnotstand auszurufen. Bei der Covid-19-Pandemie haben wir uns zu sehr auf die WHO verlassen. Obwohl ich die Arbeit der WHO sehr schätze und sehr froh bin, dass der designierte Präsident der Vereinigten Staaten, Joe Biden, die Entscheidung von Donald Trump, diese wichtige Institution zu verlassen, wahrscheinlich widerrufen wird, kann man nicht behaupten, dass die WHO keine Fehler gemacht hat. Ich denke, dass die WHO unter dem Druck Chinas den Gesundheitsnotstand zu spät erklärt haben, weshalb es sehr wichtig wäre, in Zukunft in ähnlichen Situationen die Möglichkeit zu haben, auf europäischer Ebene zu handeln", so Liese.

Deutscher Intensivmediziner schildert eindrücklich die Corona-Situation in niederländischer Intensivklinik / Ärzte in Belgien entscheiden jetzt schon bei jüngeren Menschen, wen sie überhaupt noch beatmen


„Belgische Kollegen berichten, dass sie schon nicht mehr die Entscheidung treffen ob sie 60- oder 70-jährige beatmen, sondern sich aufgrund der vollständigen Überlastung einzelner Kliniken schon entscheiden müssen, ob sie einem 30-jährigen oder einem 50-jährigen das Leben retten“, mit diesen eindringlichen Worten schilderte der deutsche Anästhesist und Intensivmediziner Prof. Dr. Thomas Scheeren die Situation der Intensivmedizin in unserem Nachbarland. Scheeren nahm auf Einladung des Arztes und Europapolitikers Dr. Peter Liese an einer Videokonferenz mit Journalisten teil (die wichtigsten Ausschnitte aus der Videokonferenz, sowie das gesamte Statement von Herrn Scheeren finden Sie hier: Kurzversion mit den wichtigsten Aussagen unter https://youtu.be/ik40aBpaED4, Statement von Thomas Scheeren unter: https://youtu.be/9cDFx3QUdjs, Medienkonferenz in voller Länge: https://youtu.be/ygM4C_iWoEw).

Der deutsche Arzt, der in den Niederlanden arbeitet und mit seinen belgischen Kollegen in intensivem Kontakt steht, befürchtet, dass auch die Niederlande vor einer erneuten Überlastung des Gesundheitswesens stehen. Eindrücklich schilderte er, wie er und die Pflegekräfte die erste Welle in den Niederlanden erlebt haben. Unter anderem sagte er auch, dass er die Zahl an jungen Patienten, die an COVID-19 schwerst erkrankt sind, nicht mehr an seinen zwei Händen abzählen kann. Besonders unter die Haut geht das Beispiel eines 21-jährigen jungen Mannes, den die Ärzte nicht mehr retten konnten.

Riesenerfolg für Europäische Forschungspolitik / Kann dazu führen, dass die Pandemie im Frühjahr ihren Schrecken verliert / EU sichert sich hunderte von Millionen von Impfstoffdosen / Vertrag kurz vor der Unterzeichnung

Als „Riesenerfolg für die Europäische Forschungspolitik“ bezeichnet der gesundheitspolitische Sprecher der größten Fraktion im Parlament (EVP, Christdemokraten), Dr. med. Peter Liese die Ergebnisse der dritten Phase der klinischen Prüfung für einen Corona-Impfstoff der Firma Biontech in Zusammenarbeit mit Pfizer. B

iontech und Pfizer hatten am Montag mitgeteilt, dass nach ihrer Analyse 90% der Testpersonen, die den Impfstoff erhalten haben, gegen Covid-19 geschützt sind. Sie hatten insgesamt 43.538 Probanden getestet. Dabei tauchten 94 bestätigte Fälle von Covid-19 auf.

„Bei der Studie handelt es sich um eine Doppel-Blind-Studie und erst in den letzten Tagen wurde auch für die Studienleiter bekannt, wer einen Placebo und wer den Impfstoff erhielt. Offensichtlich sind in der Placebo-Gruppe deutlich mehr Covid-19-Fälle aufgetaucht als in der Gruppe derjenigen, die den Impfstoff erhalten haben. Das ist ein sehr gutes Ergebnis. Selbstverständlich müssen die Daten noch von der Europäischen Arzneimittelagentur EMA geprüft, aber dies wird kurzfristig der Fall sein. Ein Expertenteam bei der EMA steht schon bereit und die ersten Teile der Daten aus der Phase 1 und 2 sind bereits bewertet worden. Wir wollen in Europa so schnell wie möglich einen Impfstoff, aber er muss auch sicher sein", so Liese.

Virus in vielen Ländern Europas außer Kontrolle / Wenn die Länder der Bundeskanzlerin nicht folgen, wird es in Deutschland ähnlich schlimm wie in Spanien und Italien im Frühjahr


Sehr besorgt zeigte sich der gesundheitspolitische Sprecher der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP-Christdemokraten) Dr. med. Peter Liese über den Anstieg der Coronatoten in Deutschland. „In den letzten Wochen haben wir sehr viel über Infektionszahlen gesprochen und viele haben die steigenden Infektionszahlen verharmlost, weil es ja hieß, dass wenige Menschen sterben. Seit heute wissen wir, dass sich das ändert. Mit 85 haben wir mit Abstand die höchste Zahl der Toten seit Mai erreicht und das lässt nichts Gutes ahnen, denn die Todeszahlen steigen immer mit einem Abstand von zwei bis drei Wochen zu den steigenden Infektionszahlen. Dies haben wir sowohl in Deutschland als auch im europäischen Ausland gesehen. Wenn die Ministerpräsidenten den Vorschlägen der Bundeskanzlerin heute nicht folgen, wird Deutschland endgültig seine bisherige Stellung als Land verlieren, das die Coronakrise relativ gut bewältigt hat.

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