"Johnson&Johnson hat einen guten Impfstoff produziert. Er wirkt nicht nur gegen schwere Verläufe, sondern auch gegen die Infektionen an sich und sehr wichtig: auch gegenüber der südafrikanischen Variante wurde eine hohe Schutzwirkung festgestellt. Der riesige Vorteil ist, dass der Impfstoff einfach zu lagern ist und dass man nur eine Impfdosis braucht. Das wird uns auf jeden Fall helfen, die Menschen in Deutschland und der Europäischen Union schneller zu impfen.

Leider wird Johnson&Johnson nicht dem Beispiel von BioNTech/Pfizer folgen und unmittelbar nach der Zulassung liefern, sondern es wird eine Zeit lang dauern, bis es mit der Lieferung losgeht. Ich hoffe sehr, dass sich Johnson&Johnson seiner Verpflichtung gegenüber den 440 Millionen Bürgerinnen und Bürgern in der EU bewusst ist und seine Lieferverpflichtung insgesamt einhält. 200 Millionen Dosen hat die Europäische Union bestellt. Davon sollen nach dem Vertrag bis zum 01. Juli schon 55 Millionen Dosen ausgeliefert werden.


Im Zusammenhang mit Johnson&Johnson, aber noch stärker im Zusammenhang mit den Lieferschwierigkeiten bei AstraZeneca, muss man auf einen wichtigen Punkt hinweisen. Die Europäische Union hat allein im Februar 34 Millionen Impfdosen exportiert, die meisten davon nach Großbritannien, und zwar 9 Millionen. Auch Kanada und Mexiko mit 4 und 3,1 Millionen Dosen profitieren von der Produktion in der Europäischen Union. Auf der anderen Seite haben die Amerikaner ein Exportverbot verhängt. Auch Joe Boden arbeitet hier nach der Methode "America First" und Großbritannien hat offensichtlich einen Vertrag mit AstraZeneca, der eine Vorzugsbehandlung für den Impfstoff von AstraZeneca vorsieht, also eine "UK First"-Policy. Die Europäische Union muss hier jetzt mit sehr viel härteren Bandagen kämpfen. Entweder das Vereinigte Königreich und die USA exportieren und wir versorgen gemeinsam die Welt, oder die Europäische Union muss ein strenges Exportverbot verhängen. Dies ist nach den WTO-Regeln möglich. Es ist nicht die bevorzugte Lösung, aber wenn die beste Lösung, nämlich internationale Kooperation, mit allen Beteiligten nicht funktioniert, müssen wir andere Wege gehen, um die Impfgeschwindigkeit in Deutschland und der EU zu beschleunigen."

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